Der neue Hauptbahnhof von Berlin

Wer Berlin kennt, fragt sich berechtigt, ob ein neuer Hauptbahnhof wirklich gebraucht wird. Die meisten werden auf diese Frage wohl "nein" antworten. So ist z.B. der Zoologische Garten einer von vielen Dreh- und Angelpunkten für die meisten Besucher der Stadt. Auch der Alexanderplatz, die Friedrichstraße oder der ehemalige DDR-Hauptbahnhof, jetzt wieder Ostbahnhof, ist nun wirklich kein Kleiner und könnte daher entsprechenden Zugverkehr abfertigen. Der Anschluß zum örtlichen Nahverkehr ist ohnehin bei allen anderen genannten Bahnhöfen viel besser als beim Lehrter Stadbahnhof, jetzt Hauptbahnhof. So gleicht auch die Umgebung des neuen Hauptbahnhofs noch einer landschaftlichen Wüste, keiner will da wohl aussteigen. Das ehemalige Grenzstreifengebiet steht im kompletten Wandel und erfreut sich hoffentlich in baldiger Zukunft neuem Glanz, so dass Besucher auch dort etwas verweilen wollen. Nichts desto trotz ist dort nun ein neuer Komplex mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten entstanden, neben Supermärkten, die scheinbar keine Ladenschlusszeiten kennen, und wo man sonntags gemühtlich gegen 22.00 Uhr zu Lidl schlendern kann, ist der gesamte Bau eine riesige Ansammlung von Geschäften und Restaurants.

Zur feierlichen Eröffnung lud die Stadt Berlin am 26.05.06 zu einem großen Spektakel ein. Eine gigantische Lichtshow mit anschließendem Großfeuerwerk, das schlappe 5000 Feuerwerksbomben beinhalten sollte. Eine unglaubliche Menge an Menschen versuchten diesem Event beizuwohnen. So begann schon einige Stunden zuvor der Menschenfluß Richtung Lehrter Stadtbahnhof. Nur Wenige waren darüber informiert, dass die Züge ab einer gewissen Uhrzeit dort nicht mehr Halt machten und so fuhr die S-Bahn zur Überraschung vieler Menschen einfach durch. Einige tausend Polizisten waren im Einsatz, um den Bereich des Bahnhofs weiträumig abzusperren. Lockere Kommentare machten die Runde: "Achja, da kommt man nur als geladender Gast rein.", "Jo, die Merkel soll ja auch da sein."! Eine ganze Karavane von Menschen mussten sich aufgrund einer Polizeisperre in der Invalidenstraße dazu entschließen wieder umzukehren, um 30 Min. vor dem Spektakel noch anderswo einen guten Platz zu bekommen.

Einige Leute, unter denen auch ich war, nutzten eine kleine Lücke im Bauzaun, denn im gesamten Umkreis waren natürlich noch zahlreiche Baustellen. Hinter ein paar LKW's und Gerätschaften tat sich ein kleines freies Feld nah am Wasser auf, das sich direkt neben dem Abbrennplatz des Großfeuerwerks befand. Wir standen dem Bahnhof zwar im Rücken und das Feuerwerksspiel, welches sich an der Front des Komplexes abspielen sollte, wirkte aus der Entfernung etwas schwach, doch die gefundene Postion stellte sich schnell als Hauptgewinn heraus. Rasch füllte sich dieser Ort und auch die Berliner Polizei ist dieser Lücke auf die Spur gekommen. Doch eine Räumung war in Anbetracht der Situation nicht mehr möglich, denn die Lichtshow hatte schon begonnen. Es folgte eine mittlere Feuerwerksbombenschlacht, in der teilweise nur so rausgeschleudert wurde, was ging. Trotz fehlender Struktur war dies sehr ansehnlich, nur man wusste nicht, ob es nun bereits das Finale war oder nicht. So standen wir noch einige Zeit danach, bis wir erkannten, dass es wohl zu Ende sei.

Ich war so frei, bei dieser Kombination aus Regen und Feuerwerk, meine kleine Kamera mitlaufen zu lassen. Mit ein paar Filmchen wollen wir Euch einen kleinen Eindruck vermitteln, was dort dageboten wurde. Fazit des Ganzen: Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, dass ich als Berliner mal am Lehrter, ähm ich meine am Hauptbahnhof aussteigen werde, aber wenn bei jeder Eröffnung solch ein Feuerwerk abgebrannt wird, brauchen wir jede Woche einen neuen Hauptbahnhof.

Kommentare:

Lohness: I love peace! and..your site..)))
(10.12.2006, 22:55 Uhr)

Anonym: ich bin19 - ich will teilnehm
(23.12.2006, 23:24 Uhr)

Gilbert: Na ja, ich persönlich habe merh Spaß daran, einen kleinen Goldregen abzubrennen - ALS EINFACH NUR ZUZUGUCKEN - aber: Jedem das Seine! - Zur Belobigung des Bahnhofs muss ich aber mal sagen, dass es: - - keine Schließfächer gibt- nur mäßige Verkehrsanbindung vorhanden ist - - riesige Freiflächen plan ungenutzt um den Bhf. herum liegen, weder begrünt noch als Parkplätze genutzt. - Normalerweise müsste man dort Feuerwerkskörper ausprobieren können. Es würde niemanden stören können, ist aber natürlich verboten :-(
(11.01.2007, 18:29 Uhr)

Knaller: Weil das Bahnhofsdach auf Herrn Mehdorns Wunsch verkürzt worden ist sollen sich laut 'Berliner Morgenpost', gelesen im RBB-Text, die Kosten auf über 60 Millionen verdoppelt haben. Veruntreuung von Volksvermögen, und das 'nur' für die WM. - @Gilbert: Da müsste man während des Jahres auch erst mal drankommen, Importe darf man ja noch nicht mal mitbringen.
(12.01.2007, 17:16 Uhr)

amuefw@hotmail.com: Och, Knaller, das ist nicht so ein Problem. Erstens sprach ich ja von goldregen (Klasse 1) und zweitens kann man sich ja etwas aufheben und drittens mit Freunden tauschen usw. - - Es müssen ja nicht gleich die "groben" Importartikel sein ;-) - Gruß, Gilbert
(15.01.2007, 00:57 Uhr)

Holzmichel: für alles ist geld da nur fürs eigne volk nicht steckt das geld lieber in schulen oder gleicht den lehrermangel aus aber nein das ist ja nur das Deutshce volk und das ist ja egal
(16.10.2008, 18:31 Uhr)

 PyroLH: schon krass was die daa abgefackelt haben... - bestimmt sind die Kosten genau so krass...;D
(30.12.2009, 00:04 Uhr)

asfdsaf: Penis
(28.12.2011, 19:31 Uhr)

Anonym: Cool
(12.12.2012, 17:42 Uhr)

Anonym: Wer war dort ????????????????????????
(12.12.2012, 17:43 Uhr)

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